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In Frankreich findet ein Aufstand statt

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Was am Samstag, dem 1. Dezember, in Frankreich geschah, hatte die Tendenzen eines geraden Aufstands. Es sieht nicht so aus, als würde sich der Ärger bald hinlegen.

Am frühen Morgen, auf dem Place de l’Étoile, fanden feste Konfrontationen zwischen gelben Westen und der Bereitschaftspolizei statt. Diese Auseinandersetzungen waren so intensiv, dass sich die Polizei immer weiter zurückziehen musste. Die Tatsache, dass es sofort zu Unruhen kam, war zum Teil auf eine eher unkluge Politik der Polizei zurückzuführen. Er hatte beschlossen, die Champs-Elysées zu schließen. Demonstranten konnten erst dort ankommen, nachdem sie gründlich durchsucht worden waren. Aber diese Taktik funktionierte wie ein rotes Stück an einem Stier. Angegriffene Demonstranten fühlten sich empört und begannen, die Kontrollpunkte selbst systematisch anzugreifen.

Und dann musste der Tag der Proteste tatsächlich beginnen. Die angekündigten Demonstrationen waren für Mittag geplant. Gegen 13 Uhr verließ eine Gruppe tausender gelber Westen St. Lazare in Richtung der Champs-Elysées. Es war eine sehr abwechslungsreiche und abwechslungsreiche Gruppe, bestehend aus Studenten, Vororten, gelben Westen, antifaschistischen Gruppen, Mitarbeitern des öffentlichen Verkehrs und Gewerkschaften. Darüber hinaus gab es noch kleinere Demonstrationen von gelben Westen, die sich außerhalb der Champs-Elysées gegenseitig besuchten und eigene Demonstrationen durch die Straßen aufstellten.

In diesem chaotischen Ganzen verlor die Polizei die Kontrolle über die Stadt. Banken wurden angegriffen und in Brand gesetzt, ebenso Polizeifahrzeuge, Luxusautos und Luxusgeschäfte. Barrikaden wurden errichtet und die Sicherheitskräfte mussten immer mehr Boden aufgeben. Erst am späten Abend konnte die Polizei die Kontrolle wiederherstellen.

Solche Szenen fanden nicht nur in Paris statt. In ganz Frankreich, sogar in kleinen Dörfern und Städten, kam es zu Unruhen. In Marseille wurde ein Teil des Weihnachtsmarktes in Brand gesetzt, in den frühen Morgenstunden wurde die Landebahn von Nantes zweimal belegt und in der Präfektur Le-Puy-en-Valey ein Feuer entfacht. Mehrere Autobahnen wurden ebenfalls zerstört und verbrannt. Darüber hinaus gibt es im ganzen Land noch Blockaden.

Der erste Dezember in Frankreich war kein Tag der Demonstrationen, sondern ein Tag der Revolte. Sie können kaum etwas anderes abschließen. Die französischen und auch die flämischen Medien scheinen jedoch nicht zu verstehen oder zu verstehen, was los ist. Über das, was am Samstag in den Straßen von Paris und anderen Städten passiert, wird als „Krawall“ am Rande von „Protesten“ beschrieben. Dabei wird zwischen „friedlichen Demonstranten“ und „Randalier“ unterschieden.

Aber diese Unterscheidung kann einfach nicht mehr gemacht werden. Unter den Demonstranten herrschte allgemein die Bereitschaft, sich außerhalb des Gesetzes zu stellen und sich der Polizei zu stellen. Nicht aus Rowdytum, sondern aus Wut, weil Tag für Tag Schläge zum Überleben und aus tiefer Frustration wegen mangelndem Verständnis der französischen Regierung kommen müssen.

Diese Straßengewalt ist seit den heißesten Tagen des Jahres 1968 in Frankreich nicht mehr zu sehen. Die französische Regierung kommuniziert jedoch weiterhin so, als würde nur wenig passieren. Genau wie die Mehrheit der Medien wird der Aufstand immer noch als Arbeit von „Aufrührern“ versucht, die versuchen, den „friedlichen Protest“ zu ruinieren.

Darüber hinaus wird versucht, den Widerstand zu demoralisieren, indem ständig von sehr geringen Besucherzahlen gesprochen wird. So behauptete das Innenministerium, dass am 1. Dezember nur 75.000 Menschen in Frankreich auf die Straße kamen und nur wenige tausend Menschen in Paris waren. Absurd natürlich, denn die Tatsache, dass die Polizei die Kontrolle verloren hat, zeigt, dass in Paris Zehntausende Menschen gewesen sein müssen. Diese Leute waren in Paris auch nicht abzurechnen, weil es zu keiner Zeit eine große Demonstration gab.

Eine andere Taktik der französischen Regierung besteht darin, den Protest als rechtsextrem zu diskreditieren. Bereits vom ersten Wochenende an, als die Gilets Jaunes auf die Straße kamen, war dies in vielen Medien der Tenor. Das stimmt aber nicht. Es gibt zwar rechtsextreme Gruppen, die mit den gelben Westen kämpfen, aber sie sind weder dominant noch repräsentativ für die Bewegung – obwohl sie dies zu gerne tun würden.

In den Kreisen um den Präsidenten und bei den Polizeidiensten scheint jedoch Panik zu herrschen. Die Idee, den Ausnahmezustand auszurufen, wurde verbreitet und am Sonntagnachmittag fand ein Krisentreffen in der Elysée statt. Dann gab es keine Kommunikation mehr. Eilig besuchte Macron auch die am schlimmsten betroffenen Gebiete der französischen Hauptstadt und verurteilte die Gewalt entschieden.

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