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LinkedIn zensiert und stellt Profile von Kritikern in China wieder her

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Zum zweiten Mal in einer Woche scheint LinkedIn das Profil eines Kritikers in China auf die schwarze Liste zu setzen und anschließend wieder herzustellen. BuzzFeed News schreibt das. In beiden Fällen sagt LinkedIn, dass es sich um einen Fehler handelt.

Am Weihnachtsabend wurde Peter Humphrey vom Unternehmensnetzwerk informiert, dass seine Seite in China aufgrund der „Präsenz bestimmter Inhalte“ nicht sichtbar sei. Nach Fragen von der News-Site bei LinkedIn wurde sein Profil im Land wieder sichtbar.

Humphrey ermittelt gegen Firmenbetrug und verbrachte 23 Monate mit seiner Frau Yu Yhingzeng in einer chinesischen Zelle. Einem Gericht zufolge hätten sie illegal private Daten von chinesischen Bürgern erhalten. Der 62-jährige Forscher, der im Vereinigten Königreich lebt, bestreitet, dass dies geschehen ist.

Seit seiner Freilassung steht Humphrey der chinesischen Regierung sehr kritisch gegenüber. Darüber hinaus reichte er eine Beschwerde bei der britischen Regulierungsbehörde in den Medien ein, da das chinesische Staatsfernsehen eine britische Rundfunklizenz erhalten hatte. Das chinesische Staatsfernsehen sendete zuvor ein erzwungenes Geständnis von ihm.

Humphrey glaubt, dass eine Nachricht über diese Beschwerde auf LinkedIn der Grund dafür war, dass sein Profil in China nicht mehr sichtbar war, sagte er gegenüber BuzzFeed News.

Letzten Donnerstag hat LinkedIn das Profil des chinesischen Menschenrechtsaktivisten Zhou Fengsuo für kurze Zeit offline genommen. Sein Profil wurde aufgrund bestimmter Inhalte ebenfalls schwarz.

Fengsuo ist einer der Anführer der Studentenproteste 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking. Heute ist er einer der Gründer einer Organisation, die für politische Gefangene arbeitet und in New York lebt.

Laut BuzzFeed News führten Fragen der South China Morning Post bei LinkedIn dazu, dass sein Profil schnell wiederhergestellt wurde.

Es ist unklar, warum LinkedIn die Nachrichten zweimal offline genommen hat. Die Nachrichten, die Humphrey und Fengsuo von LinkedIn erhalten, geben nicht an, welche Nachricht die Ursache ist. Am Ende der Nachricht heißt es jedoch, dass das Unternehmen „die Meinungsfreiheit stark unterstützt“, gleichzeitig aber die Anforderungen der chinesischen Regierung erfüllen muss.

Die NOS hat LinkedIn um weitere Erklärungen gebeten, aber das Unternehmen hat noch nicht geantwortet.

Die Beziehung zwischen amerikanischen Technologieunternehmen und China ist seit Jahren unüberschaubar. Beispielsweise sind die Facebook- und Google-Suchmaschine in diesem Land nicht verfügbar. Der letzte Internetriese arbeitete an einer Rückkehr, scheint diese Pläne jedoch nach heftiger Kritik in den Kühlschrank gestellt zu haben.

Für Apple ist China mittlerweile ein sehr wichtiger Handelspartner und entfernt auf Anfrage Apps. Beispielsweise wurde die New York Times-App Anfang 2017 aus dem chinesischen App Store entfernt.

Übrigens ist China nicht das einzige Land, das von Tech-Unternehmen verlangt, Inhalte auf Anfrage zu entfernen. Saudi-Arabien hat Netflix letzte Woche gebeten, eine Episode eines Komikers zu machen, der über den Tod des Journalisten Khashoggi ging und nicht mehr im Land erhältlich ist. Das Unternehmen hat darauf reagiert.

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