Home Wirtschaft Deutsches Unternehmen mit Verbindungen nach Russland ist angeblich an Bestechung und Betrug zu Lasten eines ukrainischen Pharma-Herstellers beteiligt

Deutsches Unternehmen mit Verbindungen nach Russland ist angeblich an Bestechung und Betrug zu Lasten eines ukrainischen Pharma-Herstellers beteiligt

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Vor kurzem wurde ein deutsches Pharmaunternehmen im Zusammenhang mit dem Verdacht auf kriminelle Handlungen zu Lasten eines Unternehmens in der Ukraine erwähnt. Ukrainische Medien haben über ein Strafverfahren wegen der Unterschlagung bei Chemisch-Pharmazeutisches Werk „Borschtschagowskij“, einem der größten Pharmahersteller in der Ukraine, berichtet.

Angeblich hat einer der Anteilseigner der Chemisch-Pharmazeutischen Werk Borschtschagowskij eine Untersuchung auf strafbares Verhalten durchgeführt, wie englische Finanzmedien berichten. Den Berichten zufolge wird das Management des Werks verdächtigt, dem Unternehmen mehrere Millionen US-Dollar aus Gesellschaftsmitteln durch den Kauf verschiedener pharmazeutischer Wirkstoffe zu überhöhten Preisen entzogen zu haben und dieses Geld auf Offshore-Bankkonten zu deponieren.

Ein deutsches Unternehmen ist angeblich an den Straftaten beteiligt. Es wird angenommen, dass die Farmaplant Fabrikation Chemischer Produkte GmbH mit Sitz in Hamburg seit Jahren die Chemisch-Pharmazeutischen Werk Borschtschagowskij pharmazeutische Wirkstoffe zu überhöhten Preisen beliefert hat. Das deutsche Unternehmen wird verdächtigt, Millionen als Provisionen („Kickbacks“) an das Management des ukrainischen Pharma-Herstellers gezahlt zu haben.

Das deutsche Unternehmen zahlte die Kickbacks auf ein Bankkonto bei der Schweizer PKB Privatbank, das der britischen Briefkastenfirma Metabay Import/Export Limited gehört. Laut öffentlichem Register befindet sich Metabay im Besitz der Familie Bezpalko; die geschäftsführende Gesellschafterin der Chemisch-Pharmazeutischen Werks Borschtschagowskij. Liudmyla Bezpalko führte das Unternehmen seit 1994 als Geschäftsführerin, aber im Februar des vorigen Jahres nahm sie ihren Abschied. Ihr Ehemann, Mykola Bezpalko, ist seit vielen Jahren Vorsitzender des Aufsichtsrats. Ihre Tochter Iryna Rzhepetska soll für den Import und Export verantwortlich sein. Iryna Rzhepetska ist derzeit als Eigentümerin der Briefkastenfirma Metabay Import / Export Limited eingetragen, die Millionen von Kickbacks vom deutschen Pharma-Hersteller erhielt.

Der Direktor von Metabay, Pierre de Merey, ist ein Schweizer Staatsangehöriger, der mit dem Schweizer Treuhanddienstleister Privaxis Financial Services SA verbunden ist. Offensichtlich verwaltet letzterer die Offshore-Unternehmens- und Bankgeschäfte von Bezpalko.

Chemisch-Pharmazeutisches Werk Borschtschagowskij ist für den Kampf zwischen der Unternehmensleitung und einem seiner Großaktionäre wegen der Transparenz der Unternehmensfinanzen bekannt. Gleichzeitig äußerte die Unternehmensleitung Bedenken in Bezug auf feindliche Übernahme. Der Aktionär, der dieses Strafverfahren eingeleitet hat, soll ein weiterer ukrainischer Pharma-Hersteller sein, möglicherweise Darniza, der 30% der Anteile am Chemisch-Pharmazeutischen Werk Borschtschagowskij hält.

Die Einzelheiten des Strafverfahrens sind nicht öffentlich zugänglich. Es ist jedoch klar, dass sich die Anklage auf Bestechung und Unterschlagung von Unternehmensmitteln bezieht.

Farmaplant Fabrikation Chemischer Produkte GmbH ist ein kleines Unternehmen, das Pharmainhaltsstoffen nach Russland und in die Ukraine verkauft. Das Unternehmen scheint russischen Ursprung zu haben, weil das Personal hauptsächlich aus Russen und Ukrainern besteht. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Hamburg und eine Niederlassung in Kiew. Das Unternehmen wird von Sergey Schlegel, der aus der ehemaligen Sowjetunion stammt, geleitet.

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