Home Politik Vizekanzler Österreich mit „russischem Millionär“ betrogen

Vizekanzler Österreich mit „russischem Millionär“ betrogen

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Der österreichische Bundeskanzler und Parteivorsitzende des rechtsradikalen Populisten FPÖ, Heinz-Christian Strache, wurde von Bildern eines Treffens mit einer Frau diskreditiert, die sich als russische Multimillionärin ausgibt und Einfluss auf die österreichische Politik gewinnen will.

Strache traf die Frau im Juli 2017 in einer Luxus-Ferienvilla auf der spanischen Insel Ibiza, drei Monate vor den österreichischen Wahlen, die Strache zur Vizekanzlerin machen würden. Er versprach ihr politische Gefälligkeiten als Gegenleistung für finanzielle Unterstützung.

Das Treffen dauerte mehr als sechs Stunden. Strache wurde von seinem Parteikollegen Johann Gudenus, dem damaligen Vizebürgermeister von Wien, und seiner Frau begleitet. Die Frau, die sie getroffen haben, war Alyona Makarova, eine Nichte von Igor Makarova, einer russischen Oligarchie, die zu den engsten Kreisen des russischen Präsidenten Wladimir Putin gehört.

Die verborgenen Kamerabilder und Tonaufnahmen des Treffens gelangten in die Hände der deutschen Zeitung Süddeutsche Zeituing und der Nachrichtenwoche Der Spiegel, die gemeinsam daran arbeiteten, sie zu analysieren. Es ist nicht bekannt, wer hinter dem Plan steckt, die FPÖ-Politiker in die Irre zu führen.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung hatte Gudenus den Russen bereits mehrfach in Wien getroffen. In den Bildern flüstert Gudenus Strache zu, dass die Frau angeboten habe, ein Grundstück von ihm zu einem Preis zu kaufen, der das Fünffache des Marktwerts betrug.

Nach diesen Zusammenkünften soll Gudenus einen Plan ausgearbeitet haben, der es dem Russen ermöglichen soll, eine größere Beteiligung an der einflussreichen österreichischen Boulevardzeitung Kronen Zeitung zu erwerben. Die Unterstützung dieser Zeitung könnte der FPÖ theoretisch den letzten Anstoß geben, die größte Partei des Landes bei den Wahlen im Oktober zu werden.

Strache war von dieser Aussicht begeistert. Er dachte auch über sein Bestreben nach, die österreichischen Medien in den Griff zu bekommen, wie es der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán getan hatte.

Der FPÖ-Chef war anfangs vorsichtig, was der russische Multimillionär als Gegenleistung erwarten könne, und betonte, dass alles „legal“ laufen müsse.

Kurz darauf schlug er der Frau vor, ein Unternehmen wie das österreichische Bauunternehmen STRABAG zu gründen, das hauptsächlich im Straßenbau tätig ist. „Alle Regierungsaufträge, die STRABAG jetzt erhält, sind für sie.“

Die Russin kämpfte gegen ihren Partner, einen unbekannten Mann, und fragte, ob Strache ihr garantieren könne, dass sie ihre Rechnungen an die Regierung künstlich erhöhen könne. Antwortete Strache bejahend.

„Sonst gibt es hier nicht viel zu sagen. Wenn sie die Krone Zeitung übernimmt und es schafft, uns drei Wochen vor der Wahl voranzutreiben, können wir über alles reden“, sagte Strache. „Wir werden es am Ende immer schaffen.“

Der FPÖ-Chef sagte auch, dass mehrere Personen Millionen in die Partei einbringen, aber ihre Spenden an einen von der FPÖ getrennten Verein überweisen, um den Blick des österreichischen Rechnungshofs zu umgehen.

Strache und Gudenus blieben ebenfalls sitzen, nachdem die Russin bekannt gab, dass ihr Geld „nicht ganz legal“ und „rechtlich kompliziert“ sei.

Das Timing der Enthüllungen aus dem Video ist für Strache und die FPÖ besonders schmerzhaft. Die Partei ist der kleinere Partner in einer Koalitionsregierung mit der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP) von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Diese Zusammenarbeit ist in letzter Zeit unter Druck geraten, weil sich die FPÖ weigert, sich von rechtsextremen Elementen innerhalb der Partei zu distanzieren.

Mehrere österreichische Oppositionsparteien haben den sofortigen Abzug von Strache gefordert. „Es ist Zeit, diesem Fluch ein Ende zu setzen“, sagte Parteichefin Pamela Rendi-Wagner von der sozialdemokratischen SPÖ am Freitag.

In einer Antwort betonte Strache, dass es ein „privates Treffen“ gebe und die FPÖ von dem Treffen keinen Nutzen habe.

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