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Bundesminister Seehofer: Anschlag auf Synagoge „Schande über das Land“

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Bundesinnenminister Horst Seehofer hat den Anschlag auf die Synagoge in Halle scharf verurteilt. Er nannte es „eine Schande für Deutschland“ und fügte hinzu, dass so etwas „unserer Geschichte nicht passieren sollte“.

„Wir haben der Welt geschworen: nie wieder. Wir fühlen uns verpflichtet, dieses Versprechen zu halten“, sagte Seehofer.

Der Minister kündigte an, dass die Synagogen immer mehr überwacht werden. Er möchte auch Hass im Internet bekämpfen.

Laut Seehofer ist die Bedrohung durch Antisemitismus, Rechtsextremismus und Terrorismus seit langem sehr hoch. Ihm zufolge neigen die Menschen zunehmend dazu, Waffen zu sammeln. Der Minister nannte es die wichtigste Aufgabe des Landes, dem ein Ende zu setzen.

„Diese Regierung wird alles daran setzen, dass die Juden in unserem Land bedrohungsfrei und ohne Angst leben können“, sagte Seehofer. Er schlug sich auch mit Führern der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) herum, die seiner Meinung nach der „Brandstiftung“ schuldig sind.
Yom Kippur

Gestern versuchte ein schwer bewaffneter Mann, in die Synagoge einzudringen. Zu dieser Zeit waren Dutzende von Menschen im Gebäude, um Jom Kippur, den wichtigsten Feiertag für Juden, zu feiern. Als er nicht hereinkam, schoss er draußen herum. Eine Frau auf der Straße und ein Mann in einem Dönerfall wurden erschossen. Einige wurden auch verletzt.

Der deutsche Staatsanwalt sagte, es könne kein Zweifel daran bestehen, dass es Terrorismus gibt. Der 27-jährige Verdächtige versuche, so viele Opfer wie möglich in der Synagoge zu töten. Im Auto des Mannes befanden sich vier Kilo Sprengstoff.

Der Täter übertrug den Angriff per Kamera auf seinen Helm. Dem Staatsanwalt zufolge wurde er von dem Angreifer im neuseeländischen Christchurch inspiriert, der im März mehr als fünfzig Menschen in zwei Moscheen erschoss. Dieser Angriff wurde auch über einen Live-Stream übertragen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wollte der Angreifer in Halle andere dazu anregen, auch Angriffe durchzuführen.

Einen Tag nach dem Anschlag auf die Synagoge ist auch bekannt, dass der Täter ein Manifest in Internetforen von Rechtsextremisten verbreitet hatte. Dann leugnet er den Holocaust und nennt die Juden die Quelle allen Übels. Laut dem deutschen Nachrichtensender Tagesschau plante er auch einen Angriff auf eine Moschee und ein Zentrum für linke Aktivisten.

Er sei nicht nur ein überzeugter Antisemit, sagt die Korrespondentin Judith van de Hulsbeek.

„Er schwört auch auf Türken, Feministinnen, im Grunde jeden, den er für einen antiweißen Mann hält. Diese Leute sind sein Ziel.“

Der 27-jährige Verdächtige wurde nach dem Anschlag festgenommen und nach Angaben deutscher Medien verletzt. Er soll Wunden in den Nacken geschossen und operiert haben. Er hätte die Waffen zusammengestellt, die er mit sich trug. Aus dem Video, das der Mann gestreamt hat, lässt sich ableiten, dass eine seiner Waffen sicherlich ins Stocken geraten war.

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