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Südamerikanische Länder über mutmaßlichen Putsch in Bolivien gespalten

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Die südamerikanischen Nachbarländer Boliviens sind uneins über die Situation in dem Land, in dem Präsident Evo Morales am Sonntag zurückgetreten ist. Morales Verbündete missbilligen den angeblichen Putsch.

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro fordert die Verbündeten auf, Morales zu schützen, und die mexikanische Regierung erklärte sich bereit, den Präsidenten bei Bedarf aufzunehmen. Morales hat jedoch noch keinen Asylantrag gestellt.

Der neue Präsident Argentiniens, Alberto Fernández, und der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel drückten ebenfalls ihre Unterstützung für ihren bolivianischen Amtskollegen sowie für die Regierungen von Nicaragua und Chile aus.

Andere Nachbarländer Boliviens wie Brasilien und Peru sowie das nahe gelegene Kolumbien verurteilen die Lage im Land weniger. Kolumbien und Peru wollen, dass die Neuwahlen legal stattfinden. Brasilien schließt sich dem Betrugsvorwurf gegen Morales an und spricht sich für einen „demokratischen Übergang“ aus.

Nach wochenlangen Protesten in Bolivien gab Morales am Sonntag bekannt, dass er sein Rücktrittsschreiben an das Parlament geschickt habe. Vizepräsident Álvaro García und Senatspräsident Adriana Salvatierra gehen ebenfalls in den Ruhestand. In einer Reaktion auf Twitter sagte Morales, dass ein „illegaler“ Haftbefehl gegen ihn erlassen wurde, aber die bolivianische Polizei bestritt dies.

Morales behauptete, die Wahlen am 20. Oktober gewonnen zu haben. Am Tag zuvor hatte die Abstimmung jedoch ohne klare Erklärung aufgehört, gefolgt von Vorwürfen der Manipulation und des Betrugs gegen Morales.

Der seit 2006 amtierende Präsident wollte noch seine vierte Amtszeit antreten. Sein Hauptkonkurrent Carlos Mesa akzeptierte das Ergebnis nicht und forderte Neuwahlen.

Mesas Anhänger gingen in den letzten Wochen häufig auf die Straße, und in den letzten Tagen schlossen sich auch Polizeikräfte in drei großen Städten den Demonstranten an. Morales weigerte sich, zurückzutreten und sprach von einem Putsch. Er war offen für Neuwahlen.

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