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Großer Alarm für Coronavirus: WHO spricht von internationalem Notfall

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Koronavirus zu einer internationalen Bedrohung der öffentlichen Gesundheit erklärt. Für einen solchen Schritt muss die Bedrohung nicht nur international, sondern auch sehr ernst, plötzlich, ungewöhnlich und unerwartet sein. Es ist das sechste Mal, dass die WHO auf diese Weise Alarm schlägt.

Laut Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus von der WHO ist die Zahl der Fälle außerhalb Chinas bislang relativ begrenzt. Es handelt sich um 98 Infektionen in 18 Ländern außerhalb Chinas, in denen mindestens 213 Menschen durch das Virus getötet wurden, teilte die chinesische Gesundheitskommission am Freitagmorgen mit. Inzwischen sind 9692 Menschen auf dem Land mit dem Virus infiziert.

Der WHO-Chef lobte das Vorgehen der chinesischen Behörden. Es wurde jedoch beschlossen, einen internationalen Notfall zu erklären: PHEIC, kurz die englische Abkürzung für International Emergency in Public Health. „Wir wissen nicht, welchen Schaden dieses Virus in einem Land mit einem schwächeren Gesundheitssystem anrichten könnte“, erklärte er auf einer Pressekonferenz.

Tedros soll Vertrauen in die Fähigkeit Chinas haben, den Ausbruch zu kontrollieren. Er betonte auch, dass es keinen Grund gebe, „Maßnahmen zu ergreifen, die das internationale Reisen und den internationalen Handel unnötig stören“.

Der Generaldirektor hat auch eine Reihe von Empfehlungen abgegeben. Er erklärte, dass es notwendig sei, Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen zu helfen. Die Entwicklung von Impfstoffen und Testmöglichkeiten für das Virus muss ebenfalls beschleunigt werden. Tedros sagte auch, dass die Verbreitung von Gerüchten und Desinformationen über das Virus verhindert werden sollte.

Es ist das sechste Mal, dass die WHO einem Notfall im Gesundheitsbereich diesen Status verleiht. Ein WHO-Ausschuss stellt fest, wann die Gesundheitsrisiken sehr außergewöhnlich und nicht an ein bestimmtes Land gebunden sind. Dieser Ausschuss schlägt dann zunächst für einen Zeitraum von drei Monaten vor, die Situation international anzugehen. Es kann Empfehlungen zur Bekämpfung der Krise abgeben, und von den Mitgliedstaaten wird erwartet, dass sie diese weiterverfolgen.

Die praktischen Konsequenzen in den Niederlanden scheinen sehr begrenzt zu sein, denn laut einem Sprecher des RIVM (Nationales Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt) hat unser Land bereits so viele Vorbereitungen für ein ernstes Szenario getroffen. Ihm zufolge befinden sich die Niederlande bereits in der höchsten Alarmphase. Es ist möglich, dass bestimmte Empfehlungen des WHO-Ausschusses Auswirkungen auf den Verkehr oder den Handel mit China haben.

Der „PHEIC“ stammt aus dem Jahr 2005 und wurde 2009 (mexikanische Grippe), zweimal im Jahr 2014 (eine Form von Kinderlähmung und Ebola-Ausbruch), 2016 (das Zika-Virus) und 2019 (Ebola-Ausbruch) angemeldet. Das letzte Mal im Jahr 2019 zögerte die WHO sehr lange.

Der Ebola-Ausbruch im Nordosten des Kongo im Jahr 2018 schien ein innerstaatliches Problem zu bleiben. Darüber hinaus befürchtete die WHO, dass eine Erklärung eines medizinischen Notfalls dem armen Kongo großen wirtschaftlichen Schaden zufügen würde.

Im Jahr 2009 gab es ein „PHEIC“ für einen Ausbruch der Schweinegrippe oder der mexikanischen Grippe. Die WHO erhielt daraufhin Kritik, weil der Ausbruch besser ausfiel als erwartet.

Im Mai 2014 proklamierte die WHO einen internationalen Notfall, nachdem in Asien und Afrika ein Zustand wiederauferstanden war, der als eine Form von Kinderlähmung oder Kinderlähmung galt. Im selben Jahr folgte ein „PHEIC“ über einen Ausbruch von Ebola in Westafrika, bei dem viele tausend Menschen ums Leben kamen.

Anfang 2016 hat die WHO ihren vierten „PHEIC“ veröffentlicht. Insbesondere in Lateinamerika war es ein Ausbruch des von Mücken übertragenen Zika-Virus, der für ungeborene Babys besonders gefährlich ist.

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