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EU muss ‚weniger‘ vom Dollar abhängig werden

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Die Europäische Union ist der Ansicht, dass die globalen Märkte zu stark vom dollar abhängig sind, und möchte Maßnahmen ergreifen, um den damit verbundenen Risiken entgegenzuwirken. Das schreibt die britische Wirtschaftszeitung Financial Times auf Basis eines Entwurfs eines strategiepapiers der EU-Kommission.

In diesem Dokument werden unter anderem die einseitig von den Vereinigten Staaten gegen den Iran verhängten Sanktionen erwähnt. Diese zeigten nach Angaben der Kommission Schwächen in Europa. Die US-Sanktionen hatten Auswirkungen auf die Finanzinfrastruktur in Europa, wie das Swift-Zahlungssystem. Um einen legitimen Handel mit Iran zu ermöglichen, musste die EU ein spezielles Gremium einrichten. In dem Strategiepapier heißt es, dass die EU Europäische Unternehmen und Institutionen vor solchen Situationen schützen muss, die sich aus Maßnahmen von „Drittländern“ ergeben.

„Die Trump-Jahre haben unsere Schwächen aufgedeckt und wir müssen Sie angehen, auch wenn er nicht mehr da ist“, sagt ein kommissionsbeamter in der Zeitung. „Es geht um den Platz der EU in der Welt, um eine Wirtschafts-und Finanzmacht mit einem Einfluss, der unserer Größe entspricht.“

Weitere Pläne in dem Strategiepapier betreffen strengere Kontrollen bei ausländischen Akquisitionen von EU-Unternehmen. Sie müssen geprüft werden, um festzustellen, ob „die übernahme das Risiko erhöht, dass Unternehmen gezwungen sind, die Sanktionen von Drittländern einzuhalten“. Andernfalls könnten übernahmen aus Sicherheitsgründen blockiert werden.

Die EU will auch, dass der euro häufiger an den Finanzmärkten eingesetzt wird. Infolgedessen sind die europäischen Märkte und Unternehmen weniger anfällig für Wechselkursschwankungen des Dollars. Zudem werde das Internationale Währungssystem „widerstandsfähiger und stabiler“.

Das Strategiepapier, das nächste Woche verabschiedet werden soll, besagt auch, dass die EU weniger abhängig von der britischen Finanzinfrastruktur werden sollte. Die Kommission bezieht sich insbesondere auf clearinghäuser, die an der Börse handeln. Die Kommission ist der Ansicht, dass die EU jetzt, da der brexit Realität ist, auch auf eigenen Füßen stehen muss.

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