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Impfziele, Freiheitspass und Aggression

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Tausende Deutsche drängen auf einen Coronavirus-Impfstoff. Manchmal werden Sie aggressiv. Diese Impfung kann eine unbeabsichtigte Folge der deutschen Politik sein, wenn ein Impfstoff ein ‚Freiheitspass‘ ist.

Die Menschen erfinden alles, um einen Impfstoff zu bekommen, sagte der Impfkoordinator der Kleinstadt Neuwied dem deutschen Fernsehsender Report Mainz (eine Art Nachrichtenstunde). Sie füllen ihr wirkliches Alter nicht aus oder „haben plötzlich einen wesentlichen Beruf“. Das Programm wollte eine Bestandsaufnahme machen, wie viele Deutsche ihrer Coronavirus-Impfung voraus waren, nachdem bereits mehrere Berichte in deutschen Medien über diese sogenannte Impfneid oder prikjalousie veröffentlicht worden waren.

Laut Bericht Mainz sind Tausende Menschen beteiligt. Die Freiheiten für geimpfte Deutsche befeuern die Selbstarbeit der Impfstoffvorläufer, denken Ärzte und Experten. Auch Leute, die bereits einen Schuss hatten, wollen nicht mehr auf ihren zweiten Schuss warten. Bei AstraZeneca zum Beispiel gibt es zwölf Wochen zwischen den beiden Impfungen.

Nicht alle Impfzentren halten Zahlen, aber in Hamburg zählte das Impfzentrum in einer Woche mehr als zweitausend Menschen. In Saarbrücken gab es mindestens 140 Unterstützer, in München 350. Insbesondere die Bereitstellung von Kontakten von schutzbedürftigen Personen oder schwangeren Frauen, um einen Impfstoff zu erhalten, zieht Betrüger an. Und sie werden nicht immer bemerkt.

Impfvorläufer, die von den Betreuern in den Zentren ausgewählt werden, werden manchmal aggressiv. Allgemeinmediziner, die bei der deutschen Impfkampagne eine wichtige Rolle spielen, bestätigen dieses Bild. Im Bayerischen Rundfunk sagte Eugen Brysch, Vorstandsmitglied der Stiftung patientenschutz, dass dies „eine Grenze überschreitet“. Er appellierte an die Politik, damit in der allgemeinen Praxis und in den Impfzentren das Recht des Stärkeren nicht gilt. Brysch zieht es vor, die rechtlichen Konsequenzen einer Coronavirus-Impfung zu sehen.

Es gibt auch Stimmen, die fordern, dass alle Impfstoffe in die Grundierungsreihenfolge zurückgeführt werden, dh eine Prioritätenliste für gefährdete Gruppen. Die Ständige Impfkommission (Stiko), zuständig für das deutsche Impfprogramm, hat kürzlich diesen Auftrag für die AstraZeneca und Janssen herausgegeben. Sie hat auch die Altersgrenze von 60 Jahren abgeschafft.

Die ursprüngliche Zielgruppe für diese Impfungen zeigte sich nicht vollständig. Die Nebenwirkungen in einer sehr kleinen Gruppe von Menschen (etwa 50 von 4 Millionen AstraZeneca-Aufnahmen in Deutschland) machten die Menschen skeptisch. Eine verärgerte Hausärztin in Baden-Württemberg nahm ihre Impfstoffe auf einem Parkplatz ab und steckte in wenigen Stunden immer noch 700 Dosen von Menschen weg, die wollten.

Eine weitere Folge der Freisetzung der Impfstoffe ist, dass die Menschen jetzt zum Hausarzt gehen und unverblümt ihren Impfstoff beanspruchen. Es kann jedoch vorkommen, dass der Arzt nicht genug hat oder zuerst andere, gefährdete Patienten impfen möchte. Deutsche medizinische Organisationen sehen mit Entsetzen die Absicht der Regierung, den Auftrag für alle Impfstoffe ab Juni freizugeben. Dann wird es „first come first served“ und das darf nicht passieren, sagte ein Arzt. Bisher wurden etwa 10% der deutschen Bevölkerung geimpft.

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