Home Politik Vergessen wir ‚lockdown‘ – und nennen es 2G oder 3G, das klingt besser

Vergessen wir ‚lockdown‘ – und nennen es 2G oder 3G, das klingt besser

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In vielen deutschen Städten beginnt um diese Zeit die Weihnachtsmarktsaison. Nur noch fünf Wochen bis Weihnachten können sich die Deutschen an beleuchteten Winterständen und mit Tassen dampfendem Glühwein verwöhnen lassen. Die Märkte sind auch bei Niederländern beliebt, aber wegen Corona gehen sie nicht überall durch und es gelten strengere Regeln.

Darüber hinaus wird Deutschland die Niederlande ab morgen aufgrund der rasant steigenden Zahl von Infektionen als Hochrisikogebiet betrachten. Das bedeutet, dass Niederländer, die unsere östlichen Nachbarn besuchen möchten, sich im Voraus online registrieren müssen. Wer keinen Impfpass oder Reparaturschein besitzt, muss bei der Ankunft in Deutschland unter Quarantäne gestellt werden.

Coronas Regeln gelten auch auf den Weihnachtsmärkten, je nach Standort. Die meisten Märkte im beliebten niederländischen Bundesland Nordrhein-Westfalen sind nur für Personen zugänglich, die vollständig geimpft sind oder sich kürzlich von einer Coronavirus-Infektion erholt haben.

Ab Montag gilt dieses sogenannte 2G-System im „Freizeitsektor“ von ganz Nordrhein-Westfalen. Dazu gehören Weihnachtsmärkte, aber auch Restaurants und Fußballstadien.

Im Vorgriff auf diese Maßnahme haben viele Gemeinden des Staates bereits die 2G-Regel auf Weihnachtsmärkten eingeführt, die bereits diese Woche begonnen haben. Nur in Oberhausen können Besucher dieses Wochenende mit einem negativen Testzertifikat besuchen.

Im süddeutschen Bundesland Bayern finden die Weihnachtsmärkte überhaupt nicht statt. Die Landesverwaltung mit großen Weihnachtsmarktstädten wie München und Nürnberg hat das Winterevent aufgrund der steigenden Zahl von Coronavirus-Infektionen zum zweiten Mal in Folge abgesagt.

Anbieter von Busreisen zu deutschen Weihnachtsmärkten sind sich bewusst, dass es Einschränkungen gibt. Mehrere niederländische Transportunternehmen teilen der Nachrichtenagentur ANP mit, dass sie weitaus weniger Buchungen erhalten haben, weil Reisende keine Klarheit über die deutschen Coronam-Maßnahmen haben.

„Die Leute warten darauf, was Deutschland tun wird und wissen nicht, wo sie stehen“, sagt beispielsweise eine Mitarbeiterin von Paulusma Reizen aus Drachten. Das Unternehmen fährt heute mit zwei Bussen zu deutschen Märkten, wo es in „normalen“ Jahren zehn bis fünfzehn waren.

Die Unsicherheit über die deutschen Coronavirus-Regeln war zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Länder letztlich selbst darüber waren. Dies ist das umstrittene 2G-System in einigen Bundesländern, zum Beispiel an mehr Orten als in anderen oder gar nicht.

Diese Woche stimmte das nationale Parlament für ein neues Coronavirus-Gesetz, das neue (nationale) Coronavirus-Maßnahmen ermöglichen soll. Eine dieser Maßnahmen ist, dass Menschen ab Mittwoch nur noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen dürfen, wenn sie geimpft, kürzlich erholt oder negativ getestet wurden, das sogenannte 3G-System.

Darüber hinaus beschlossen die Ministerpräsidenten aller Bundesländer mit Bundeskanzlerin Merkel, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen pro Bundesland die Einschränkungen für die Bewohner bestimmen wird.

Kurz gesagt, die letztere Maßnahme läuft auf folgendes hinaus: Werden in einer Woche mehr als 3 Coronavirus-Patienten pro 100,000 Einwohner ins Krankenhaus eingeliefert, wird ungeimpften Personen vielerorts die Einreise ohne Genesungsbescheinigung verweigert (2G).

Ab sechs Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Einwohner müssen auch Personen mit einem Impf- oder Genesungsnachweis getestet werden, bevor sie beispielsweise Clubs und Cafés betreten dürfen. Dieses system wird auch als „2G-plus“.

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