Home Politik Schade: Olaf Scholz kann keinen guten Arzt mehr spielen

Schade: Olaf Scholz kann keinen guten Arzt mehr spielen

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Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kann sein Versprechen, spätestens im März eine Impfpflicht einzuführen, nicht mehr halten. Das berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf Quellen aus Kabinettskreisen. Grund für die Verzögerung sind der Zeitplan von Bundestag und Bundesrat sowie komplizierte Rechtsfragen und der gestiegene Beratungsbedarf der Koalitionsparteien.

Scholz sagte Ende November im Fernsehen, eine generelle Impfpflicht solle „ab Anfang Februar, spätestens Anfang März“ für alle in Deutschland gelten. Die erste Sondierungsdebatte über die Maßnahme wird nach aktuellem Zeitplan voraussichtlich am 26. oder 27.Januar im Bundestag stattfinden. Faschingsbedingt gibt es im Februar nur eine Sitzungswoche, damit der Bundestag frühestens in der Märzwoche 14 entscheiden kann.

Der Bundesrat, der dann dem Entscheid zustimmen muss, wird erst am 8. April erneut tagen, so dass die Einführung der Impfpflicht erst dann endgültig genehmigt werden kann.

Damit kann die Impfpflicht ohne Sondersitzungen frühestens Anfang Mai in Kraft treten. Soll zudem ein zentrales Impfregister mit Daten aller geimpften Personen eingerichtet werden, um die Impfpflicht aufrechterhalten zu können, könnte die Impfpflicht erst im Juni in Kraft treten.

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland ist erneut stark gestiegen. Das Robert Koch Institut verzeichnete innerhalb von 24 Stunden 36.552 Neuerkrankungen. Das ist fast dreimal so viel wie am vergangenen Sonntag (12.515). Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz (Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche) stieg von 335,9 (Vortag) auf 362,7.

Das RKI verzeichnete am Sonntag ebenfalls 77 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Die Hospitalisierungsinzidenz (die Zahl der neuen Corona-Patienten in Krankenhäusern pro 100.000 Einwohner in einer Woche) beträgt 3,15. Dies ist der Stand von Freitag, da diese Zahl am Wochenende nicht aktualisiert wird. Diese Inzidenz und die wöchentliche Rate der Anzahl der Neuinfektionen bestimmen, ob die sechzehn Bundesländer strengere Corona-Maßnahmen ergreifen sollten.

Inzwischen sind 59,7 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft (71,8%) und mindestens 35,1 Millionen Menschen haben eine Oppep-Injektion erhalten (42,3%).

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