Home Wirtschaft Gastarbeiter in Deutschland gegen ‚Schiphol-Szenario‘

Gastarbeiter in Deutschland gegen ‚Schiphol-Szenario‘

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In den kommenden Monaten will die Bundesregierung Arbeitnehmer aus dem Ausland an Flughäfen einsteigen lassen, damit alle Ferienflüge fortgesetzt werden können, berichtet Bundesarbeitsminister Hubertus Heil in einem Interview mit Bild.

Wie an mehreren Orten in Europa, einschließlich der Niederlande, führt Personalmangel zu langen Wartezeiten und chaotischen Situationen an Flughäfen. Die Ankunft von Saisonarbeitern aus anderen Ländern soll sicherstellen, dass alle Ferienflüge in Deutschland stattfinden und reibungslos ablaufen.

„Die Bundesregierung plant, Personal, das dringend gebraucht wird, zur Zeitarbeit nach Deutschland kommen zu lassen“, sagte Heil der „Bild“-Zeitung. Insidern zufolge finden bereits Gespräche mit rund 2.000 möglichen Mitarbeitern aus Ländern außerhalb der Europäischen Union statt. Dies würde die Türkei einschließen. Heil weist darauf hin, dass diese Mitarbeiter dem deutschen Tarifvertrag unterliegen und daher entsprechend bezahlt werden. Diese Bemerkung ist nicht zu trennen von Deutschlands problematischem Umgang mit Arbeitsmigranten in der Vergangenheit. In den 80er Jahren erschütterten die Erkenntnisse des Journalisten und Autors Günter Walraff das Land, der als türkischer Arbeitsmigrant verdeckt bei verschiedenen westdeutschen Unternehmen arbeitete und das Buch Ganz Unten schrieb.

Während der Pandemie, in der die Anzahl der Flugzeugbewegungen stark abnahm, verschwanden viele Arbeitsplätze im Luftfahrtsektor. Jetzt, da das Vorkrisenniveau fast wieder erreicht ist, sind Flughäfen und Fluggesellschaften mit Personalmangel konfrontiert. In den Niederlanden gilt dies beispielsweise für die Gepäckabfertiger und Sicherheitspersonal in Schiphol. In diesem Sommer wird die Anzahl der Flüge vom Flughafen begrenzt, was zu wütenden Reaktionen von Reiseunternehmen, dem Verbraucherverband und Fluggesellschaften führt. In Deutschland will man solche drakonischen Maßnahmen vermeiden.
Banlieu-Gastarbeiter

Der Plan der Bundesregierung erinnert an eine Idee von Minister Van Gennip (Soziales), französische Jugendliche beispielsweise aus den Banlieues in die Niederlande zu holen, um hier zu arbeiten. Die Aussagen der Ministerin, die gerne investieren würde, um französischen oder spanischen Schulabgängern zu ermöglichen, die Lücken auf dem Arbeitsmarkt hier zu schließen, verursachten diesen Monat viel Staub und sie kritzelte daher sehr schnell zurück.

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