Home Wirtschaft Deutschland verlor 40 Prozent der Schweinefarmen in nur 10 Jahren

Deutschland verlor 40 Prozent der Schweinefarmen in nur 10 Jahren

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Nach den vorläufigen Ergebnissen der deutschen Agrarzählung 2021 vom 3. November wurden in Deutschland 23,6 Millionen Schweine gehalten. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) war dies der niedrigste Schweinebestand seit 1996.

Im Vergleich zur Agrarzählung vom 3. Mai 2021 sank die Zahl der Schweine um 4,4 Prozent oder 1.081.000 Tiere. Im Vergleich zum Vorjahreswert vom 3. November 2020 ist die Zahl um 9,4 Prozent oder 2.450.300 Tiere gesunken.

Für die einzelnen Tierkategorien bzw. Gewichtsklassen ergibt sich für die Schweinehaltung folgendes Bild: Zum 3. November 2021 wurden in Deutschland 10,9 Millionen Mastschweine gehalten, das waren 3,2 Prozent oder 359.600 Tiere weniger als ein halbes Jahr zuvor. Insbesondere bei Mastschweinen mit einem Lebendgewicht von 50 bis unter 80 Kilogramm sank die Population um 8,1 Prozent oder 422.800 auf 4,8 Millionen Tiere.

Schwerere Schweine

Die Zahl der Mastschweine in der oberen Gewichtsklasse ab 110 kg Lebendgewicht stieg um 7,1 Prozent oder 90.500 auf 1,4 Millionen Tiere. Die Population der Mastschweine mit einem Lebendgewicht von 80 bis unter 110 Kilogramm blieb mit 4,7 Millionen Tieren nahezu konstant (-0,6 Prozent bzw. -27.300 Tiere). Die Ferkelpopulationen sanken im Vergleich zum Mai 2021 ebenfalls um 5,7 Prozent oder 418.300 auf 6,9 Millionen Tiere.

Fast tausend Unternehmen weniger in weniger als einem Jahr

Neben den Herden nimmt auch die Zahl der Schweinefarmen ab. Zum 3. November 2021 gab es 18.800 Schweinefarmen. Das waren 4,6 Prozent oder 900 Unternehmen weniger als im Mai 2021. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Rückgang 7,8 Prozent (-1.600 Unternehmen). Grund für die rückläufige Unternehmenszahl sind unter anderem die weiter sinkenden Schweinefleischpreise aufgrund der geringen Nachfrage im Handel und Export.

40 Prozent weniger Unternehmen in zehn Jahren

Im Zehnjahresvergleich gingen sowohl die Zahl der gehaltenen Schweine als auch die Zahl der Betriebe zurück. Die Zahl der Schweine sank seit 2011 um 13,8 Prozent oder 3,8 Millionen Tiere, während die Zahl der Betriebe um 39,1 Prozent (-12.100 Betriebe) zurückging. Da die Zahl der Betriebe stärker zurückging als die Zahl der gehaltenen Schweine, ist der durchschnittliche Schweinebestand in den letzten zehn Jahren von 886 auf 1.254 Schweine pro Betrieb gestiegen.


Der Autor: Elias Böhm

Er arbeitete mehr als 6 Jahre als Literaturredakteur und Journalist für die Dresdner Zeitung. Jetzt interessiert er sich für innenpolitische Themen und gesellschaftlich relevante Entwicklungen.

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