Home Wirtschaft Intel versucht, Europa vor dem technologischen Niedergang zu retten

Intel versucht, Europa vor dem technologischen Niedergang zu retten

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Intel wird Milliarden in eine neue Chipfabrik und Supporteinrichtungen in Europa investieren. Deutschland, Frankreich und Italien würden bevorzugt.

Intel wird eine neue hochmoderne Chipfabrik in Deutschland bauen. Frankreich wird ein Forschungszentrum und Italien ein Montagewerk haben. Bloomberg berichtet, dass auf der Autorität anonymer Quellen. Intel bestätigt, dass es in Europa investieren wird, will aber noch keine konkreten Länder nennen.

Am Standort in Deutschland plant Intel, Chips mit den neuesten Produktionscodes zu bauen. Die fragliche Chipfabrik wird also modern, und so etwas wird bald 20 Milliarden Dollar oder mehr kosten. Die Fabrik in Italien wäre auch gut für eine Investition von rund 10 Milliarden Dollar. Das französische Zentrum würde viel weniger kosten.

Intel wird bis 2022 28 Milliarden US-Dollar für den Bau neuer Standorte in Europa bereitstellen und weiterhin auf die notwendige finanzielle Unterstützung der Regierungen zählen. Insgesamt will der US-Chipriese bis zu 80 Milliarden investieren, um seine Präsenz in der EU zu stärken.

Intel seinerseits möchte wieder technologische Spitzen rasieren und die fortschrittlichsten Chips der Welt in seinen eigenen Fabriken backen. Das war jahrelang der Fall, bis eine fehlgeschlagene Migration auf 10 nm dazu führte, dass TSMC die Führung übernahm. Heute rollen dort die fortschrittlichsten Mikrochips vom Band. Intel will 2024 wieder mit der Konkurrenz mithalten und dann 2025 die Führung übernehmen.

Darüber hinaus plant das Unternehmen unter CEO Pat Gelsinger, auch direkt mit anderen Chipherstellern zu konkurrieren. In der Vergangenheit backt Intel hauptsächlich Chips für sich selbst, aber in Zukunft möchte der Prozessorriese seine Fabriken auch für Kunden öffnen. Das wäre unter anderem für den Standort in Deutschland der Fall.

Die Europäische Union ihrerseits macht auch Jagd auf mehr Chipproduktion auf europäischem Boden. Die anhaltende Chipknappheit hat gezeigt, dass die EU bei Schlüsselkomponenten zu stark von ausländischen Importen abhängig ist. Unter anderem verzichtet die Automobilindustrie stark darauf. Die EU sieht mehr Chipproduktion auf eigenem Boden als strategisches Ziel.


Der Autor: Philipp Albrecht

Nach einem Jahr Praktikum bei der Zeit-Ausgabe beschloss er, seine Hand zu versuchen, indem er Artikel im Abschnitt ... schrieb. Er interessiert sich für Außenpolitik und internationale Konflikte.

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