Home Wirtschaft Kannst du es nicht grün machen? Erklären Sie es grün!

Kannst du es nicht grün machen? Erklären Sie es grün!

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Die Europäische Kommission arbeitet an Plänen, einige Erdgas- und Kernenergieprojekte als grüne Investitionen zu kennzeichnen. Dafür müssen diese Projekte eine ganze Reihe von Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, die einen Entwurf der Pläne gesehen hat.

Die Idee ist, Investitionen in beispielsweise Gasanlagen ein grünes Label zu geben, wenn sie nur sehr begrenzte CO2-Emissionen haben und eine umweltschädlichere Anlage ersetzen. Die neue Gasanlage kann dann als eine Art Zwischenphase betrachtet werden, die zwar nicht vollständig nachhaltig ist, aber dennoch einen guten Beitrag zur Umstellung auf sauberere Energie leistet.

Dass Brüssel solche Kriterien aufstellen will, soll sogenanntes Greenwashing verhindern. Dies bedeutet, dass Unternehmen oder Organisationen grüner erscheinen, als sie tatsächlich sind. Bevor dies geschieht, muss sich Europa zunächst darauf einigen, was wirklich nachhaltig und gut für das Klima ist und was nicht. Die Meinungen der Länder darüber sind seit Jahren sehr geteilt.

Laut Reuters würde Brüssel in dem Konzept noch mehr CO2-Emissionen für grüne Gasanlagen in Betracht ziehen, als eine Gruppe wichtiger Berater der Kommission zuvor empfohlen hatte. Kernkraftwerke haben sehr geringe CO2-Emissionen. Darüber hinaus wird mehr darüber diskutiert, was mit den radioaktiven Abfällen aus dieser Art der Energieerzeugung zu tun ist.

Die Europäische Kommission war nicht sofort für eine Stellungnahme erreichbar. Das Konzept ist noch nicht der endgültige Vorschlag. Zunächst werden sich verschiedene Experten die Pläne ansehen. Die Kommission wird voraussichtlich noch in diesem Monat einen Vorschlag vorlegen. Nach der Veröffentlichung kann der Vorschlag immer noch von der Mehrheit der EU-Länder oder vom Europäischen Parlament abgelehnt werden.


Der Autor: Karl Mayer

Karl Mayer arbeitete als freiberuflicher Journalist beim Wirtschaftsblatt Hamburg. Er liebt Makroökonomie und Geopolitik

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