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EU bittet China um Verzeihung für Litauen

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Die Europäische Union hat bei der Welthandelsorganisation eine Klage gegen China wegen diskriminierender Handelspraktiken gegen Litauen eingereicht. Das baltische Land ist seit Monaten mit der asiatischen Supermacht in Konflikt geraten, nachdem es sich mit Taiwan angefreundet hatte.

China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz. Länder, die den Eindruck erwecken, dass es sich um ein unabhängiges Land handelt, bringen es dazu, bei Peking zu bleiben. Litauen erkennt Taiwan offiziell nicht als Land an, aber die Insel hat seit Oktober eine Vertretung in der Hauptstadt Vilnius unter dem Namen ‚Taiwan‘ eröffnet. Das ist einzigartig in Europa.

Peking reagierte hart. Transporte nach Litauen wurden eingestellt, und das Geschäft in China gewinnt nicht mehr Fuß. Sogar die internationale Geschäftswelt wird unter Druck gesetzt, keine Teile aus Litauen zu verwenden.

Um das baltische Land zu unterstützen, hat Taiwan große Investitionen versprochen, die Bevölkerung wurde sogar aufgefordert, litauischen Rum als Zeichen entgegengesetzter Unterstützung zu konsumieren.

Litauen hat Brüssel wiederholt um Unterstützung gebeten. Dort wurde mit stiller Diplomatie versucht, den Handelskrieg zu beenden. Bis Donnerstag war es nach außen hin ruhig: Die EU geht nun zur Welthandelsorganisation (WTO), um den Handelskrieg anzuprangern.

„Nach wiederholten gescheiterten Versuchen, das Problem bilateral zu lösen, sehen wir keinen anderen Ausweg, als zur WTO zu gehen“, sagte EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis. „Die EU ist entschlossen, als Ganzes zu handeln. Gleichzeitig setzen wir unsere diplomatischen Bemühungen zur Deeskalation der Lage fort.”

Dombrovskis betont, dass die Praktiken Chinas längst nicht mehr nur das Geschäft in Litauen betreffen: „Es betrifft auch andere europäische Unternehmen, die Produkte exportieren, an denen litauische Teile beteiligt sind.”

In Peking gibt es keine starke Sprache. Brüssel betont vorsichtig, dass China ein wichtiger Handelspartner ist und hofft, dass der Konflikt diplomatisch gelöst werden kann.


Der Autor: Philipp Albrecht

Nach einem Jahr Praktikum bei der Zeit-Ausgabe beschloss er, seine Hand zu versuchen, indem er Artikel im Abschnitt ... schrieb. Er interessiert sich für Außenpolitik und internationale Konflikte.

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