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Tesla-Werk verbraucht zu viel Wasser – noch ohne Autos zu bauen

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Der Wasserverbrauch von Teslas künftiger Gigafactory in Brandenburg bereitet den Bewohnern seit einiger Zeit Sorgen. Es wird befürchtet, dass die Anlage zu viel Wasser aus der lokalen Versorgung ziehen wird. Tesla-Chef Elon Musk hat diese Bedenken bisher weggelacht, aber Experten drängen ihn jetzt mit der Nase nach den Fakten.

Tesla hat 2020 mit dem Bau einer Gigafactory in Brandenburg begonnen. Musk wollte die Fabrik im Juli eröffnen, der Bau verzögerte sich jedoch aufgrund von Protesten von Aktivisten und Problemen mit Genehmigungen. Das Unternehmen plant, im deutschen Werk rund 500.000 Autos zu produzieren.

Es sieht so aus, als würde sich der Bau der Gigafabriek jetzt noch mehr verzögern. Ursache ist der sinkende Wasserstand in der deutschen Region. In der Vergangenheit wurde bereits angemerkt, dass dies ein Problem für die weitere Entwicklung der Pflanze darstellen könnte, aber Musk hat das immer weggelacht.

“Diese Region hat so viel Wasser, schau dich um. Sieht das aus wie eine Wüste?“der CEO sagte Reuters bei einem Besuch auf der Baustelle im August.

Nun stellt sich heraus, dass Musk die Situation letzten Sommer falsch eingeschätzt hat. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg könnte ein anhaltender Rückgang des Wasserspiegels die Bauarbeiten verlangsamen. Der Grundwasserspiegel in der Region Brandenburg ist in den letzten drei Jahrzehnten aufgrund des Klimawandels gesunken, und die Region hat in den letzten vier Jahren unter Dürre gelitten.

Jörg Steinbach, Wirtschaftsminister von Brandenburg, sagte Bloomberg, dass die Region genug Wasser hat, um eine erste Phase der Gigafabriek zu unterstützen. Er fügte hinzu, dass mehr Wasser benötigt wird, wenn Tesla die Anlage erweitert. „Die Behörden in Brandenburg unterstützen Initiativen, um vor Ort nach mehr Wasser zu bohren, und bei Bedarf kann auch Wasser aus anderen Gebieten zugeführt werden“, sagte Steinbach.

Experten warnen vor den verheerenden Auswirkungen der Gigafactory auf die Wasserversorgung in Brandenburg.

„Die Anlage wird das Problem mit dem niedrigen Grundwasserspiegel verschärfen“, sagte Irina Engelhardt, Leiterin der Abteilung Hydrogeologie an der Technischen Universität Berlin. “Es besteht die Gefahr, dass am Ende nicht genug Wasser für alle da ist.”

Axel Bronstert, Professor für Hydrologie an der Universität Potsdam, sagte Bloomberg, dass sich der Wasserverbrauch in der Region durch die Anlage verdoppeln werde, und sprach von einem ernsthaften Wasserversorgungsproblem.

Umweltschützer, darunter die örtliche Umweltgruppe Grüne Liga, haben inzwischen den Brandenburger Umweltdienst vor Gericht gebracht. Sie behaupten, dass die Auswirkungen des Klimawandels nicht berücksichtigt wurden, als die Behörden grünes Licht für eine Grundwasserpumpe für Teslas Gigafactory gaben. Die Anhörung ist für den 4. März geplant.


Der Autor: Karl Mayer

Karl Mayer arbeitete als freiberuflicher Journalist beim Wirtschaftsblatt Hamburg. Er liebt Makroökonomie und Geopolitik

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