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Energie aus Russland ist für das tägliche Leben unerlässlich – Scholz

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Europa könne vorerst nicht auf Energieimporte aus Russland verzichten, sagte Scholz am Montag. Was Deutschland betrifft, so geht es weiter.

Es gebe keinen anderen Weg, Europa mit Wärme und Strom, mit genügend Energie für Mobilität und Industrie zu versorgen, als mit Energieimporten aus Russland, sagte Scholz.

„Energie aus Russland ist für das tägliche Leben unerlässlich. „Es gibt viel Druck, an Alternativen zu arbeiten, aber es braucht Zeit, bis sie existieren“, so die Kanzlerin. „Daher war es eine bewusste Entscheidung unsererseits, die Aktivitäten von Energieunternehmen mit Russland fortzusetzen.“

Ein Embargo für Öl und Gas aus Russland sei nicht ausgeschlossen, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Montag, aber das sei eine Entscheidung, die auf EU-Ebene getroffen werden müsse. Die EU wolle heute Vorschläge unterbreiten, um sich schnell von Energielieferungen aus Russland lösen zu können, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Rund 55 Prozent des deutschen Gases kommen aus Russland, bei Kohle liegt der Anteil bei 50 Prozent und bei Erdöl bei rund 35 Prozent, so die Zahlen des Bundesministeriums für Energie und Klimaschutz. In der EU kommen 40 Prozent des Gases aus Russland.

Eine Mehrheit der Deutschen, 54 Prozent, ist laut einer Umfrage des Forschungsunternehmens Yougov dafür, den Import von Öl und Gas aus Russland zu stoppen. Auch wenn sie selbst benachteiligt sind, gaben die Befragten an.

Russland droht nun, den Gashahn nach Europa zu schließen und kein Gas mehr durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 zu leiten. Das sei eine Reaktion auf die Einstellung von Nord Stream 2 und die Wirtschaftssanktionen, sagte der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Nowak im russischen Staatsfernsehen. Die Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen, sagte er,“aber europäische Politiker treiben uns mit ihren Aussagen und Vorwürfen in diese Richtung“.


Der Autor: Karl Mayer

Karl Mayer arbeitete als freiberuflicher Journalist beim Wirtschaftsblatt Hamburg. Er liebt Makroökonomie und Geopolitik

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