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Die Welt hat COVID vergessen, da es etwas Neues auf dem Tisch hat

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach warnte am Freitag vor Unachtsamkeit im Vorfeld der vorzeitigen Aufhebung der Corona-Beschränkungen. Er forderte erneut eine generelle Impfpflicht.

„Die Lage ist objektiv viel schlimmer als die Stimmung“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin und verwies auf die stark gestiegenen Infektionsraten. Er nannte die Situation kritisch und verurteilte die allgemeine Einschätzung, dass die Omikron-Variante milder sein würde. “Wir können uns nicht damit zufrieden geben, dass jeden Tag 200 bis 250 Menschen sterben.”

Lauterbach verteidigte den Gesetzentwurf der Bundesregierung für mögliche Corona-Maßnahmen nach dem Frühjahr. Dies würde grundlegende Maßnahmen, aber auch weitreichende Eingriffe in „Hotspots“ mit einer kritischen Infektionsrate ermöglichen. Bund und Länder haben kürzlich beschlossen, dass alle täglichen Corona-Beschränkungen am 20.März abgeschafft werden.

Der Minister rechnet mit „Hotspots“ in mehreren Bundesländern. Er appellierte deshalb an die Landesregierungen, nicht in der Kritik des Gesetzes zu verharren, sondern sich schon jetzt auf dessen Anwendung vorzubereiten.

Lauterbach verknüpfte mögliche weitreichende Einschränkungen mit einer hohen Belastung für Krankenhäuser oder gefährlichen Virusvarianten. Zum Beispiel würden alle Freiheitsverletzungen mit einer rechtssicheren Regelung einhergehen.

Die Gesundheitsministerin forderte erneut allgemeine Impfpflichten, um weitere Einschränkungen im Herbst zu verhindern. Die Abstimmung über das Gesetz dazu, die von Bundeskanzler Olaf Scholz bis Ende 2021 versprochen wurde, sollte Anfang April im Parlament stattfinden.

Die Impfpflicht bleibt umstritten. Österreich, das die Maßnahme im Februar als erstes Land in der Europäischen Union angenommen hat, hat sie diese Woche endgültig ausgesetzt.

Das Robert Koch-Institut (RKI), das deutsche Pendant zu Sciensano, meldete den neunten Tag in Folge einen Anstieg der siebentägigen Inzidenz auf 1.439 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. An einem Tag wurden 252,836 neue Fälle und 249 Todesfälle registriert.


Der Autor: Elias Böhm

Er arbeitete mehr als 6 Jahre als Literaturredakteur und Journalist für die Dresdner Zeitung. Jetzt interessiert er sich für innenpolitische Themen und gesellschaftlich relevante Entwicklungen.

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