Home Wirtschaft Das nennen wir Erfolg: Eine enorme Preiserhöhung für die wichtigsten Lebensmittel ist da

Das nennen wir Erfolg: Eine enorme Preiserhöhung für die wichtigsten Lebensmittel ist da

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Cem Özdemir

Ab heute, dem 4. April, setzt Aldi in seinem Heimatmarkt Deutschland historische Preiserhöhungen für Produkte wie Butter und Fleisch um. Der Harddiscounter gilt als Trendsetter in Sachen Preise.

„Aufgrund der Situation auf den Weltmärkten werden wir Verkaufspreissprünge erleben, wie es sie noch nie gegeben hat“, kündigt Florian Scholbeck, Geschäftsführer von Aldi Nord, in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) an. Als größter deutscher Discounter gilt Aldi traditionell als Preisführer unter den Supermärkten. Scholbeck erwartet daher, dass der gesamte Lebensmitteleinzelhandel nachziehen wird.

Preise steigen um 20 bis 50 Prozent

Genaue Zahlen will das deutsche Unternehmen nicht nennen, aber die WAZ schreibt, dass Quellen innerhalb von Aldi davon ausgehen, dass die Lebensmittelpreise in den kommenden Wochen zwischen 20 und 50 Prozent teurer werden könnten. Das Ifo Institut aus München hat am Donnerstag eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass 94 Prozent der Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland ihre Preise erhöhen wollen.

Also wählt Aldi den Flug voraus. In Deutschland fungiert der Preis für ein 250-Gramm-Stück Butter als Seismograph des Preisniveaus. Die“ deutsche Butter “ der Marke Milsani kostet derzeit 1, 65 Euro. Ab Montag müssen Kunden mehr als zwei Euro bezahlen. Bei Butter steigt der Preis also um fast 30 Prozent.

Die Preiserhöhung kann nach Aldi-Maßstäben als historisch angesehen werden. Der Discounter sprudelt unter normalen Umständen, aber bei seinen Preisen ist das Wasser im Munde.

„In dieser Situation zahlen Erzeuger und Landwirte extra. Deshalb muss der Handel reagieren“, sagt Einkaufsleiter Erik Döbele von Aldi Süd der WAZ. „Angesichts der enormen Kostensteigerung können sie die Verträge mit uns nicht mehr einhalten.“

Allein aufgrund ihrer Größe sind Aldi Süd und Aldi Nord Trendsetter, wenn es um die Preisgestaltung im deutschen Einzelhandel geht.

„Wir gehen davon aus, dass die Verkaufspreise im gesamten Handel in den kommenden Monaten deutlich steigen werden“, sagt Scholbeck.

Dennoch fühlt sich der Einzelhändler von den starken Preiserhöhungen für seinen Marktanteil nicht bedroht. Während der Corona-Pandemie, als Restaurants geschlossen waren und die Menschen zu Hause bleiben mussten, waren Supermärkte und Hofläden sehr beschäftigt. Die deutsche Forschungsagentur GfK sieht einen Trend zu weniger hochwertigen Lebensmitteln. Der Krieg schürt große Unsicherheit und drückt das Verbrauchervertrauen. „Die Discounter spüren den Aufschwung seit Februar, vor allem zu Lasten des Online-Verkaufs und der Fachgeschäfte“, sagte GfK.


Der Autor: Elias Böhm

Er arbeitete mehr als 6 Jahre als Literaturredakteur und Journalist für die Dresdner Zeitung. Jetzt interessiert er sich für innenpolitische Themen und gesellschaftlich relevante Entwicklungen.

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