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Russen schließen das Gasventil: langsam und vorsichtig

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Der staatliche russische Gaskonzern Gazprom hat am Mittwoch den zweiten Tag in Folge angekündigt, die Gasmenge, die über Nord Stream 1 nach Deutschland fließt, zu reduzieren. Ab Donnerstag sollen noch maximal 40 Prozent (67 Millionen Kubikmeter) der bisher üblichen täglichen Gasmenge aus Russland durch die Pipeline fließen, teilte das Unternehmen nach Angaben der deutschen Nachrichtenagentur DPA mit. Am Dienstag hatte es die Gaslieferungen bereits auf 60 Prozent begrenzt.

Grund ist laut Gazprom eine Verzögerung der Reparaturarbeiten an Pipelineteilen durch das deutsche Unternehmen Siemens, das sich Mitte Mai aus Russland zurückgezogen hat. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck dementierte dies gegenüber deutschen Medien und sprach von einer „politischen Entscheidung“. Den Schritt von Gazprom, weniger Gas nach Deutschland zu liefern, nannte er „technisch nicht erklärbar“.

Auch die Gaslieferungen nach Italien hat Gazprom am Mittwoch gekappt. Nach Angaben des italienischen Energieriesen Eni flossen am Mittwoch 15 Prozent weniger Gas aus Russland nach Italien als am Vortag. Ein Sprecher des Unternehmens sagte Reuters, Gazprom habe keine Erklärung für die reduzierte Gasversorgung gegeben.

Deutschland und Italien sind zwei der am stärksten von russischem Gas abhängigen europäischen Länder. So kamen im vergangenen Jahr 40 Prozent der italienischen Gasimporte aus Russland. Aufgrund des Krieges in der Ukraine und der Abschaltung des Gaskrans durch Gazprom versuchen die europäischen Länder, ihre Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern.

Korrektur (15. Juni, 19: 05 Uhr): Eine frühere Version dieser Nachricht besagte, dass Russland täglich 167 Milliarden Kubikmeter durch Nord Stream 1 nach Europa pumpt. Dies ist falsch und wurde oben angepasst.


Der Autor: Karl Mayer

Karl Mayer arbeitete als freiberuflicher Journalist beim Wirtschaftsblatt Hamburg. Er liebt Makroökonomie und Geopolitik

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