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Gas-Panik-Modus ist in vollem Umfang

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im Laufe des Freitags ging der Anstieg der Gaspreise für eine Weile zu Ende. Der Rückgang der Gaspreise an diesem Morgen scheint jedoch nur von kurzer Dauer zu sein. Der Gaspreis war rund zehn Stunden höher als der Höchststand am Donnerstag. Es zeigt, dass die Panik noch nicht vom Markt ist, wie die Nachricht von Sofortmaßnahmen zeigt, die Deutschland ergreift, nachdem Russland die Gasversorgung erheblich reduziert hat. Mehr dazu in diesem Krisen-Update.

Der Gaspreis für ‚Winter 2022‘ läuft bis zum 17. Juni bei der Title Transfer Facility, der niederländischen Gashandelsplattform. Heute Morgen gegen 10.00 Uhr lag der Gaspreis für den Winter 2022 bei rund 120 Euro pro Megawattstunde und für Juli und August knapp über 127 Euro. Klicken Sie hier für die aktuellen Preise.

Berichten zufolge liefert Russland seit Mitte letzter Woche nur etwa vierzig Prozent seines normalen Erdgases über die Nord Stream 1-Pipeline. Insbesondere in Deutschland gab es darauf eine direkte Antwort. Die östlichen Nachbarn ergreifen Sofortmaßnahmen, berichtet die NOS unter Berufung auf deutsche Quellen. Deutschland ist zu einem Drittel von russischem Gas abhängig. Gas wird zur Stromerzeugung genutzt und auch die Vorräte für den kommenden Winter müssen gefüllt werden. Der deutliche Rückgang des Angebots macht beides problematisch.

Neben Deutschland kommen Berichte über Gaslieferungen aus Russland auch aus Italien und Frankreich. Der Energiekonzern Eni aus Italien meldete letzte Woche drei Tage hintereinander ein sinkendes Angebot, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Der französische Gasnetzbetreiber GRTgaz sagt, seit dem 15.Mai sei auch bei Reuters kein russisches Gas mehr zu lesen. CNBC nennt auch Österreich und die Slowakei als Länder, die geringere Lieferungen von russischem Gas melden.

Die Tatsache, dass Länder wie Deutschland Sofortmaßnahmen ergreifen und weniger Gas erhalten, kann einen Dominoeffekt verursachen, sagte Minister Jetten für Klima und Energie am Freitag auf der NOS. Zu Beginn dieser Krise wurde bereits auf die Möglichkeit hingewiesen, dass die Niederlande Groningen-Gas nach Deutschland liefern müssen, wenn dieses Land zu kurz kommt. Die Niederlande haben Lieferverträge mit ihren östlichen Nachbarn. Abgesehen davon bedeutet ein sinkendes russisches Angebot, dass die Länder eifrig nach Alternativen suchen. Das treibt den Preis in die Höhe.

Um unabhängig von russischem Gas zu werden, setzen die Niederlande auf LNG. Zu diesem Zweck wird im Groninger Eemshaven ein schwimmendes Terminal gebaut. Drei Kilometer Rohrleitung für das Projekt WarmtelinQ, eine Wärmepipeline zwischen Vlaardingen und Den Haag, werden dafür zur Verfügung gestellt. Dies bedeutet, dass Änderungen in der Planung für den Bau von Heizungsleitungen auftreten.


Der Autor: Karl Mayer

Karl Mayer arbeitete als freiberuflicher Journalist beim Wirtschaftsblatt Hamburg. Er liebt Makroökonomie und Geopolitik

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