Home Wirtschaft Uniper bankrott, Verstaatlichung ist der einzige Weg

Uniper bankrott, Verstaatlichung ist der einzige Weg

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Uniper, der größte deutsche Abnehmer von russischem Gas, wird verstaatlicht. Die Bundesregierung investiert 8 Milliarden Euro in den Gasriesen und übernimmt damit 99 Prozent des Unternehmens.

Die Bundesregierung unternimmt diesen Schritt, um den angeschlagenen Energiekonzern vor dem Umfallen zu bewahren.
Krallen mit Geld

Uniper ist für 40 Prozent der deutschen Gasversorgung verantwortlich. Es ist stark auf russisches Gas angewiesen: Mindestens 50 Prozent der Gas-Importe von Uniper stammen aus Russland. Jetzt, wo die Russen die Hauptpipeline ins Land, die Nord Stream, immer weiter quetschen, muss Uniper das Gas von woanders holen.

Das kostet die Firmenklauen Geld; bis zu 100 Millionen Euro pro Tag. Im Juli unterstützte die Bundesregierung Uniper bereits mit einer Beteiligung von 30 Prozent an dem Energieversorger, doch das reichte nicht aus.

„Wir tun alles, um den Energiesektor in unserem Land stabil zu halten“, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck heute Morgen in einer Pressekonferenz. „Mit dieser Verstaatlichung können wir die Sicherheit der Gasversorgung gewährleisten.“

Neben der Milliardenspritze wird auch der größte Aktionär aufgekauft. Der staatliche finnische Energiekonzern Fortum erhält für die Beteiligung an Uniper knapp eine halbe Milliarde Euro. Fortum erhält auch 4 Milliarden Euro zurück, die es an Uniper verliehen hatte.

Die Verstaatlichung sei in Deutschland heikel, schreibt Bloomberg. Der Plan von Minister Habeck, eine Abgabe auf Gas für Haushalte einzuführen, wäre am Abhang gelandet. Diese Steuer sollte rund 34 Milliarden Euro einbringen, von denen der größte Teil an Uniper gehen würde. Wenn die Steuer nicht kommt, stellt sich die Frage, aus welchen Mitteln die Verstaatlichung bezahlt wird.

Neben Uniper werde die Bundesregierung mit mindestens zwei weiteren Energieunternehmen Gespräche über eine Übernahme führen.


Der Autor: Elias Böhm

Er arbeitete mehr als 6 Jahre als Literaturredakteur und Journalist für die Dresdner Zeitung. Jetzt interessiert er sich für innenpolitische Themen und gesellschaftlich relevante Entwicklungen.

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