Home Politik Brennholz nach ‚optimistischer‘ Ministerrede sehr gefragt

Brennholz nach ‚optimistischer‘ Ministerrede sehr gefragt

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Aufgrund der stark steigenden Preise für Öl, Gas und Strom denken immer mehr Familien in Deutschland darüber nach, ihre Häuser in diesem Winter mit Holz oder Pellets zu heizen. Aber das scheint keine große Ersparnis zu sein, denn diese Produkte müssen auch deutlich mehr bezahlt werden als in der Vergangenheit. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.

Bei mehreren Holzprodukten ist nach Ansicht der Analysten mit einer Verdoppelung der Preise im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen.
Politisch

Viele deutsche Familien überlegen, mit welchen Quellen sie in diesem Winter ihr Zuhause heizen werden. Immerhin sind die Gaslieferungen aus Russland stark zurückgegangen, während gleichzeitig auch Deutschland kurz davor steht, seine letzten betriebsfähigen Atomkraftwerke zu schließen. Dies hat viele Deutsche besorgt gemacht, ihre Häuser im nächsten Winter zu heizen.

Darüber hinaus sind einige politische Erklärungen der letzten Zeit nicht darauf ausgerichtet, diese Besorgnis in der deutschen Bevölkerung zu verringern oder zu beseitigen.

„Deutschland könnte den nächsten Winter gut überstehen, sofern die Wetterbedingungen günstig bleiben und ausreichend Gas eingespart wurde“, betonte Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, kürzlich.

Solche Aussagen haben viele deutsche Familien veranlasst, nach alternativen Heizquellen zu suchen. Holz ist eine natürliche Option, aber das hat auch die Preise dieser Produkte in die Höhe getrieben.

„Die steigenden Preise für Holzprodukte sollten nicht überraschen“, sagt Lion Hirth, Professor für Energiemärkte an der Hertie School in Berlin. „Wenn die Preise für eine bestimmte Warenkategorie steigen, suchen die Verbraucher nach Alternativen. Diese steigende Nachfrage wird aber auch die Preise für diese alternativen Produkte in die Höhe treiben“.

Statistiken machen deutlich, dass deutsche Familien deutlich mehr für Holz zum Heizen ihrer Häuser ausgeben als im Vorjahr. Die Tarife für Holzpellets und Brennholz lagen im August um 85,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Den stärksten Anstieg verzeichneten jedoch Hackschnitzel, die um 133,3 Prozent teurer waren als im August des Vorjahres. Der durchschnittliche Preisanstieg sonstiger Konsumgüter in Deutschland stieg im gleichen Zeitraum um 7,9%.

Das Statistische Bundesamt sieht verschiedene Ursachen für diese Preiserhöhungen. Zunächst wird die gestiegene Nachfrage festgestellt, aber darüber hinaus muss nach Ansicht der Analysten auch berücksichtigt werden, dass die Holzindustrie auch mit höheren Kosten für den Kauf und Transport ihrer Produkte konfrontiert ist.

Es wird auch darauf hingewiesen, dass sich der gestiegene Verbrauch auch auf den deutschen Holzexperten ausgewirkt hat, der im Vergleich zum Vorjahr um 30,3 Prozent gesunken wäre.

Darüber hinaus weist das Statistische Bundesamt darauf hin, dass die heimische Produktion von Holzöfen durch die hohen Energiekosten behindert wurde. Im ersten Quartal dieses Jahres wurde ein Rückgang von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erwähnt.

Um die Frage beantworten zu können, musste mehr Export aufgerufen werden. Im Juli wurde ein Import von 60.000 Öfen gemeldet. 62,4% dieser Importe stammten aus China. Gleichzeitig ging der Reexport von Öfen in andere Länder der Europäischen Union um 28,8 Prozent zurück.

Es gibt nur wenige deutsche Häuser, die ausschließlich mit Holz beheizt werden. Holz hingegen erweist sich als beliebte Quelle für Sekundärwärme, auch in einem Kamin. Untersuchungen ergaben, dass im vergangenen Jahr 11,8 Prozent der Neubauten in Deutschland auf Holz zum Heizen angewiesen waren.

Es wächst jedoch das Bewusstsein für die Gefahren, die diese Aktivität für die Gesundheit und die Umwelt darstellen kann. “ Die Verbrennung von Holz ist die größte Quelle der Feinstaubbelastung und verursacht jeden Tag mehr als tausend vorzeitige Todesfälle in der Europäischen Union“, sagte der deutsche Biologe Karl Wagner.


Der Autor: Elias Böhm

Er arbeitete mehr als 6 Jahre als Literaturredakteur und Journalist für die Dresdner Zeitung. Jetzt interessiert er sich für innenpolitische Themen und gesellschaftlich relevante Entwicklungen.

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