Home Politik Deutscher umstrittener Plan, Deutsche zu ersetzen, ist etwas… undeutsch

Deutscher umstrittener Plan, Deutsche zu ersetzen, ist etwas… undeutsch

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Die Koalition aus SPD, Grünen und FDP will jährlich 400.000 zusätzliche Mitarbeiter aus dem Ausland gewinnen. Mit einem Schwerpunkt auf ‚qualifizierter Migration‘.

Nach einer Schätzung des Wirtschaftsministeriums gibt es in Deutschland derzeit 100.000 offene Stellen für IKT-Fachkräfte und 200.000 offene Stellen in der Wind- und Solarenergiebranche. Züge fahren wegen Personalmangels nicht, Kinderbetreuung muss früher schließen, Geschäfte und Restaurants bleiben geschlossen. Der Personalmangel in Deutschland ist gravierend. Die Boomer gehen in Rente und wenn sich nichts ändert, wird es nach einer Schätzung des Arbeitsministeriums im Jahr 2035 ein Defizit von 7 Millionen Arbeitnehmern geben.

Die Koalition aus SPD, Grünen und FDP will jährlich 400.000 zusätzliche Mitarbeiter aus dem Ausland gewinnen, um den Personalmangel zu lösen. Am Mittwochnachmittag stellten die Minister Hubertus Heil (Arbeit, SPD), Nancy Faeser (Inneres, SPD), Robert Habeck (Wirtschaft, Grüne) und Bettina Stark-Watzinger (Bildung, FDP) einen Entwurf für einen neuen Gesetzentwurf vor, der die Einwanderung nach Deutschland erleichtern soll, mit den richtigen Papieren versehen. Das Gesetz soll Anfang nächsten Jahres vom Bundestag verabschiedet werden.

Der Personalmangel, betonten die Minister, gehe zu Lasten des Wohlstands. „Auch wenn die aktuelle Rezession hinter uns liegt und sich die Energiepreise wieder normalisieren, wird die Wirtschaft nicht vorankommen, wenn wir keine Menschen haben“, sagte Minister Habeck. „Wir brauchen in Zukunft alle helfenden Hände und alle klugen Köpfe“, sagte Minister Heil.

Deutschland will nach kanadischem Vorbild ein Punktesystem einführen, das es Menschen, die bestimmte Kriterien erfüllen, ermöglicht, ohne großen Aufwand nach Deutschland zu ziehen. Zum Beispiel arbeitet einer dieser Punkte bereits in einem Sektor, der in Deutschland unterbesetzt ist, ein anderer Punkt ist das Sprechen der Sprache. Heil nennt die deutsche Sprache einen „Wettbewerbsnachteil“ gegenüber englisch- und spanischsprachigen Ländern. Laut Heil sollte Deutschland als attraktiver Standort mit mehr „Deutschlandmarketing“ aktiv im Ausland geworben werden, sowohl für Arbeitnehmer als auch für Unternehmen. Zuwanderung dürfe nicht mehr „nur bürokratisch hingenommen“, sondern aktiv gefördert werden. Deutschland muss auch für Studierende und junge Menschen, die eine Berufsausbildung anstreben, attraktiver werden.

Tatsächlich kommt das Gesetz nach Ansicht der Minister viel zu spät. Dass sich die demografische Beule langsam auf die 70-Plus verlagert, war schon länger absehbar.

Minister Heil zitiert Max Frisch während der Pressekonferenz: ‚Wir riefen Arbeiter an, und die Leute kamen‘. „Wir haben nach Arbeitern gefragt, aber Leute bekommen“, mit dem der Schweizer Schriftsteller 1965 die deutsche Hilflosigkeit zusammenfasste, mit der die Gastarbeiter damals versorgt wurden. „Wir wollen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen“, sagte Heil. „Migranten, die ohne Ausbildung hierher kommen, bitten oft um Sozialhilfe.“Daher die Betonung der „qualifizierten Migration“. „Die Hemmschwelle muss gesenkt werden, wir suchen nicht nur Akademiker, sondern auch Fachkräfte.”

Heil hofft auf die Unterstützung der oppositionellen CDU-Partei, auch um eine breite gesellschaftliche Unterstützung sicherzustellen.


Der Autor: Philipp Albrecht

Nach einem Jahr Praktikum bei der Zeit-Ausgabe beschloss er, seine Hand zu versuchen, indem er Artikel im Abschnitt ... schrieb. Er interessiert sich für Außenpolitik und internationale Konflikte.

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