Home Politik Deutschland ist zu arm für die NATO, verfehlt Finanzierungsziele

Deutschland ist zu arm für die NATO, verfehlt Finanzierungsziele

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Deutschland wird im kommenden Jahr und auch ab 2026 nicht in der Lage sein, den sogenannten NATO-Standard zu erfüllen und mindestens 2 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Verteidigung auszugeben, schließt eine Prognose des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), über die die Rheinische Post berichtet.

In der NATO wurde vereinbart, dass die Mitgliedstaaten 2 Prozent für die Streitkräfte ausgeben wollen. Bundeskanzler Olaf Scholz bestätigte dieses Bestreben kurz nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine Ende Februar und kündigte die Einrichtung eines Sonderfonds im Wert von 100 Milliarden Euro an, um das Ziel zu erreichen

Doch Probleme im Beschaffungsprozess und zähflüssige Bürokratie würden das Ziel unmöglich machen, so die Zahlen des Wirtschaftsforschungsinstituts IW. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht schien das kürzlich zu erkennen, indem sie das Ziel auf 2 Prozent des BIP „im Durchschnitt der nächsten fünf Jahre“ revidierte. Dies führt zur Empörung deutscher Verbündeter, die sich seit einiger Zeit darüber beschweren, dass Berlin seine Verantwortung nicht wahrnimmt.

„Das 2-Prozent-Ziel verschiebt sich trotz der 100 Milliarden Euro Sondervermögen in ferne Zukunft, und selbst kurzfristig notwendige Anschaffungen kommen aber nicht voran“, zitiert die Rheinische Post aus der Studie des IW. Der reguläre Verteidigungshaushalt – ohne den Sonderfonds – sollte um mindestens 5 Prozent pro Jahr erhöht werden, wenn Deutschland das 2-Prozent-Ziel erreichen will, so das Institut.

Nach Schätzungen der NATO betragen die deutschen Verteidigungsausgaben in diesem Jahr etwa 1,4 Prozent des BIP, verglichen mit 1,9 Prozent in Frankreich, 2,1 Prozent in Großbritannien und 3,5 Prozent in den USA. In den Niederlanden wird der NATO-Standard in den Jahren 2024 und 2025 erreicht. Dennoch ist eine Mehrheit im Repräsentantenhaus nicht dafür, die Norm gesetzlich zu regeln.


Der Autor: Philipp Albrecht

Nach einem Jahr Praktikum bei der Zeit-Ausgabe beschloss er, seine Hand zu versuchen, indem er Artikel im Abschnitt ... schrieb. Er interessiert sich für Außenpolitik und internationale Konflikte.

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