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Deutschland eröffnet erstes LNG-Terminal

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Früher als geplant wird Deutschland an diesem Wochenende das erste LNG-Terminal in Wilhelmshaven eröffnen. Es ist ein spezielles LNG-Schiff von 294 Metern Länge, das dauerhaft am Dock in Wilhelmshaven verbleibt und als schwimmende Plattform dient, um das von Tankern gelieferte LNG an Land zu bringen und in einen gasförmigen Zustand umzuwandeln.

Es wird erwartet, dass jährlich 7,5 Milliarden Kubikmeter Gas das LNG-Terminal in Wilhelmshaven erreichen werden. Der Bedarf in Deutschland wird jedoch auf jährlich 100 Milliarden Kubikmeter Gas geschätzt, wovon ein Großteil auf die deutsche Industrie entfällt.

Laut Deutschlandkorrespondent Derk Marseille ist dieses Schiff ein erster deutscher Schritt in Richtung Energieautonomie. Denn die Deutschen können jetzt überall auf der Welt LNG-Geschäfte abschließen und diese ins eigene Land bringen. Dies ist nicht unbedingt eine gute Nachricht für die Niederlande, die mit Rotterdam und Eemshaven eine wichtige Rolle beim Import von LNG spielen.

Deutschland baut derzeit 11 LNG-Terminals, von denen 8 geleaste Spezialschiffe sind. Neben Wilhelmshaven sind sie in Stade, Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) und Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) stationiert. Die niederländische Gasunie ist am Terminal in Brunsbüttel beteiligt, das ebenfalls noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden soll.

Laut Marseille muss das erste Gas auf dem Schiff kurz vor Weihnachten von flüssig auf Gas umgestellt werden. Das jährlich umgewandelte Gas reicht jedoch nicht aus, um den deutschen Gashunger zu stillen – es entspricht rund 5 Prozent des Bedarfs. Die Deutschen werden es zu einer feierlichen Eröffnung machen, einschließlich der Inbetriebnahme des Terminals durch Bundeskanzler Olaf Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock.

„Die Bundesregierung tut alles, um die Abhängigkeit von Russland zu verringern. Es ist viel im Speicher und das schien genug zu sein, aber als es kalt wurde, verbrauchten die Deutschen an einem Tag ein Prozent der Gasvorräte. Der nächste Winter wird entscheidend sein.‘

Ein großer Nachteil des neuen Terminals in Wilhemshaven ist, dass die Rohre, durch die das Gas strömt, mit Chlor sauber gehalten werden, das dann direkt in die Nordsee und das Wattenmeer gepumpt wird. Es soll sich um etwa 35 Tonnen Chlor pro Jahr handeln, Umweltorganisationen wie BUND und NABU haben angekündigt, die seit Montag öffentlichen Genehmigungen gründlich zu prüfen und sich rechtliche Schritte vorzubehalten.


Der Autor: Philipp Albrecht

Nach einem Jahr Praktikum bei der Zeit-Ausgabe beschloss er, seine Hand zu versuchen, indem er Artikel im Abschnitt ... schrieb. Er interessiert sich für Außenpolitik und internationale Konflikte.

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