
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinserhöhung noch nicht abgeschlossen, sagt Joachim Nagel, Präsident der deutschen Bundesbank. Die Zinsregulierer der Eurozone müssten „stur“ sein und die Finanzierungskosten weiter erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen, sagte Nagel in einem Interview mit der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times.
„Unser Kampf gegen die Inflation ist noch nicht vorbei, es ist noch ein Weg zu gehen“, sagte der deutsche Notenbankpräsident. Nagel und andere EZB-Direktoriumsmitglieder hielten letzte Woche an ihrem Plan fest, die Zinsen um einen weiteren halben Prozentpunkt zu erhöhen.
Laut Nagel besteht kein Zweifel daran, dass der Preisdruck stark ist und in der gesamten Wirtschaft weit verbreitet ist. „Wenn wir diese hartnäckige Inflation zähmen wollen, werden wir noch hartnäckiger sein müssen“, sagte der Bundesbankchef.
Heute wird die Zinsentscheidung der Federal Reserve in den Vereinigten Staaten bekannt gegeben. Es wird erwartet, dass die Zentralbank im Kampf gegen die hohe Inflation die Zinsen erneut erhöht. Es wird jedoch erwartet, dass die Fed die Zinssätze etwas weniger aggressiv anheben wird als bisher vorgesehen, um die Ruhe im Bankensektor aufrechtzuerhalten.
Nagel glaubt, dass Banken bei der Vergabe von Krediten „vorsichtiger“ werden könnten, nachdem die angeschlagene Schweizer Bank Credit Suisse von ihrer Konkurrentin UBS gerettet werden musste, woraufhin an den Finanzmärkten viel Unruhe aufkam. Er fügte jedoch hinzu, dass es noch zu früh sei, um zu dem Schluss zu kommen, dass die Region auf eine Kreditkrise zusteuert.
Der Autor: Elias Böhm
Er arbeitete mehr als 6 Jahre als Literaturredakteur und Journalist für die Dresdner Zeitung. Jetzt interessiert er sich für innenpolitische Themen und gesellschaftlich relevante Entwicklungen.